Steuererklärung

Steuererklärung

Steuerberater oder Selbstversuch? Diese Frage stellen sich jedes Jahr zahlreiche Menschen, wenn es darum geht ihre Steuererklärung anzufertigen. Denn nicht immer ist der Selbstversuch der sparsamere Weg.

Einkommensteuererklärung

Die Einkommensteuererklärung ist eine der bekanntesten Formen der Steuererklärung. Sie betrifft die Mehrheit der Steuerpflichtigen, denn sie wird auf das Einkommen natürlicher Personen als Lohnsteuer abgezogen. Neben den Sozialabgaben ist die Einkommensteuer das, was das Brutto- vom Nettoeinkommen unterscheidet.

Mit der Einkommensteuererklärung sollen dem Finanzamt die Einkommensverhältnisse des Betreffenden dargelegt werden. Im besten Fall wird dabei festgestellt, dass zu viel Steuern gezahlt wurden und es folgt eine Erstattung. Besondere Kosten, die sich über das Jahr ansammeln, können als Freibeträge gelten gemacht werden um die Steuerlast zu reduzieren. Auch die Steuerklassen I – VI wirken sich auf die Höhe der Einkommensteuer aus.

Welche Steuerklasse wählen?

Die Steuerklasse hat einen nicht unerheblichen Einfluss darauf, wie viele Steuern einem Arbeitnehmer von seinem Brutto-Lohn abgezogen werden. Der Einfluss auf die Wahl der Steuerklasse ist allerdings mehr oder weniger  begrenzt.

Steuerklasse I erhält automatisch jeder Arbeitnehmer der ledig, geschieden oder dauerhaft von seinem Partner getrennt lebt. Auch verwitwete Arbeitnehmer zählen nach einer gewissen Zeit zu dieser Steuerklasse, sowie Arbeitnehmer die beschränkt einkommenspflichtig sind.

Zu Steuerklasse II zählen alle genannten Arbeitnehmer aus Steuerklasse I, wenn sie den Entlastungsbeitrag für Alleinerziehende erhalten. Der Entlastungsbeitrag wird dann gewährt, wenn der Arbeitnehmer alleinstehend ist und mindestens ein Kind in seinem Haushalt lebt, für das er einen Kinderfreibetrag oder Kindergeld erhält. Der Entlastungsbeitrag wird verweigert, wenn im Haushalt des Arbeitnehmers weitere volljährige Personen leben, die sich an den Haushaltskosten beteiligen oder wenn der Arbeitnehmer in einer eheähnlichen Lebensgemeinschaft bzw. eingetragenen Lebenspartnerschaft lebt.

Steuerklasse III wird auf Antrag für verheiratete Paare gewährt. Bedingung dafür ist, dass beide Ehepartner im Inland leben, nicht dauerhaft voneinander getrennt leben und der Ehepartner des Arbeitnehmers mit der Steuerklasse V veranschlagt wird, bzw. kein eigenes Einkommen besitzt.

Steuerklasse IV ist eine Alternative für verheiratete Paare, die über ein etwa gleich hohes Einkommen verfügen. Auch hier gilt jedoch die Voraussetzung, dass beide Ehepartner im Inland leben, nicht dauerhaft getrennt sind und beide ein Einkommen beziehen. Verheiratete Paare werden standartmäßig mit Steuerklasse IV eingestuft und können auf Antrag in die Kombination  Steuerklasse III/V wechseln.

Wenn ein Ehepartner Steuerklasse III bezieht, muss der andere Partner Steuerklasse V beanspruchen. Diese Kombination zahlt sich nur dann aus, wenn ein Ehepartner deutlich mehr verdient als der andere (mehr als 60% des gemeinsamen Einkommens). Während der Partner mit dem geringeren Einkommen Steuerklasse V erhält, werden von seinem Gehalt zwar mehr Steuern abgezogen, sein Partner mit dem höheren Gehalt und Steuerklasse III bekommt so jedoch weniger Abzüge.

Steuerklasse VI gilt für den Lohnsteuerabzug von jeder zweit oder weiteren Arbeitsstelle eines Arbeitnehmers, wobei sie vorzugsweise auf das niedrigere Gehalt angewandt werden sollte.

Einkommensteuererklärung: Freibeträge und Pauschalen

Den Grundfreibetrag für die Einkommensteuer erhält jeder Steuerzahler. Im Jahr 2016 sind es 8.652 € die jedermann zustehen, ohne das Steuern darauf erhoben werden (für verheiratete Paare gilt der doppelte Satz). Dieser Grundfreibetrag wird jedes Jahr angehoben, um steigenden Lebenserhaltungskosten entgegen zu wirken.

Eine bekannte Form um die Steuerlast zu senken, ist die Anrechnung von Werbungskosten (Kosten, die bei der Ausübung des Berufs entstehen). Jedem Arbeitnehmer werden pauschal 1.000 € Werbungskosten angerechnet, die er nicht nachweisen muss. Alle Kosten, die darüber hinaus gelten gemacht werden sollen, sind nachweispflichtig.

Die Entfernungspauschale gilt als Teil der Werbungskosten. Wer täglich mehr als 15 Kilometer für die einfache Strecke zur Arbeit benötigt (228 Arbeitstage im Jahr mal 0,30 €/km) hat bereits die Werbungskostenpauschale von 1.000 € überschritten. Dann lohnt es sich, Belege zu sammeln…

…wie beispielsweise für Arbeitsmittel. Computer, Schreibtisch, Fachliteratur und Aktentasche lassen sich in der Steuererklärung berücksichtigen, wenn sie vorrangig für berufliche Zwecke verwendet werden. Auch typische Arbeitskleidung, Bewerbungs- und Weiterbildungskosten, sowie Reise- und Umzugskosten können bei der Steuererklärung unter Umständen angegeben werden.

Während die Werbungskosten die beruflichen verursachte Kosten decken, beziehen sich Sonderausgaben auf private Leistungen, wie Beiträge für die Altersvorsorge und Versicherungen. Auch Spenden, Schulgelder und Unterhaltskosten können als Sonderausgaben gelten.

Neben den Werbungskosten und den Sonderausgaben sind auch außergewöhnliche Belastungen eine Steuererleichterung. Als außergewöhnliche Belastung gelten größere, unvermeidbare Ausgaben. In diesen Rahmen fallen Krankheits- oder Kurkosten, Beerdigungskosten, sowie die Unterstützung für bedürftige Personen.

Welche Unterlagen werden für die Einkommensteuererklärung benötigt?

  • Lohnsteuerbescheinigung
  • Nachweis über Krankengeldzahlungen
  • Kosten im Zusammenhang mit Ihrer beruflichen Tätigkeit, z.B. für Arbeitsmittel, Fortbildungen, häusliches Arbeitszimmer
  • Einnahmen aus Vermietung
  • Versicherungsaufwendungen, z.B. Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, Unfallversicherung, Private Haftpflichtversicherung, KFZ – Haftpflichtversicherung (Mithilfe des Nachweises muss eine Abgrenzung zwischen dem Anteil zur Haftpflichtversicherung und dem Kaskobeitrag möglich sein.), Lebensversicherung, Rentenversicherungen
  • Beiträge zur Altersvorsorge
  • Haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerksleistungen z.B. Schornsteinfeger, Wartungskosten etc.
  • Spendenbescheinigungen
  • Steuerbescheinigungen von Banken

Umsatzsteuererklärung

Die Umsatzsteuer ist eine Verbrauchsteuer, mit der jedermann stets und ständig in Berührung kommt. Unternehmen sind verpflichtet auf sämtliche Waren, Lieferungen und Dienstleistungen eine prozentuale Umsatzsteuer zu erheben. In Deutschland beläuft sich der volle Umsatzsteuersatz auf 19 Prozent, ermäßigt 7 Prozent. Die Umsatzsteuer wird auf Kosten des Endverbrauchers erhoben.

Umsatzsteuer: Ausnahmen

  • Je nach Leistung, Gewerbe oder Produkt variiert die Umsatzsteuer zwischen 7 und 19 Prozent.
  • Betriebe, die als umsatzsteuerliches Kleinunternehmen gelten, müssen keine Umsatzsteuer abführen

Wozu dient die Umsatzsteuer-Voranmeldung?

Jedes Unternehmen ist verpflichtet dem Finanzamt seinen Umsatz aus einem festgelegten Zeitraum mitzuteilen. Je nach Höhe des Umsatzes, variiert der Mitteilungszeitraum zwischen einer jährlichen Mitteilung (weniger als 1.000 Euro Umsatzsteuer im letzten Kalenderjahr), quartalsweise (zwischen 1.000 und 7.500 Euro Umsatzsteuer im letzten Jahr) oder auch monatlich (mehr als 7.500 Euro Umsatzsteuer im letzten Jahr). Neben dem Umsatz und der eingenommenen Umsatzsteuer dieses Zeitrahmens, wird dem Finanzamt auch der Vorsteuerabzug des Unternehmens mitgeteilt. Nach einer Verrechnung von Vorsteuerabzug und Umsatzsteuer ergibt sich ein Saldo. Das ist dann die Steuer aus dem Mehrwert, den ein Unternehmen geschaffen hat (demnach umgangssprachlich auch als Mehrwertsteuer bezeichnet).

Bleibt die Umsatzsteuervoranmeldung aus, schätzt das Finanzamt den Umsatz des Unternehmens und stuft die Steuerschuld unter Umständen höher ein, als es tatsächlich der Fall ist.

Wann muss ich eine Umsatzsteuererklärung machen?

Die Umsatzsteuererklärung dient dem Zweck, dem Finanzamt die Umsätze eines Unternehmens aus dem gesamten Kalenderjahr offen zu legen. Dabei stellt das Finanzamt fest, ob im vergangenen Kalenderjahr die Umsatzsteuer bereits im notwendigen Maße an das Finanzamt abgeführt wurde oder ob noch eine Steuerschuld offen ist. Unternehmen, die immer pünktlich zum 10. jedes Monats ihre Umsatzsteuervoranmeldung beim Finanzamt abgegeben haben, kann bei der Umsatzsteuererklärung im Grunde genommen nicht viel passieren, schließlich wurde ihre Steuerlast jeden Monat auf Basis ihres Umsatzes berechnet und auch an das Finanzamt gezahlt.

Eine Befreiung von der Umsatzsteuererklärung gilt für jene Unternehmen, die laut §4 UStG steuerbefreit sind.

Es liegt im Ermessen des Finanzamtes zu entscheiden, ob bei einer verspäteten Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung ein Verspätungszuschlag veranschlagt wird.

Gewerbesteuererklärung

Was ist die Gewerbesteuer?

Natürliche Personen werden in Deutschland zur Einkommensteuer veranlagt. Für Unternehmen, die als Gewerbebetrieb gelten, kommt die Gewerbesteuer hinzu. Die Einkommensteuer fließt in den Fiskus des Staats. Die Gewerbesteuer ist eine Abgabe an die Gemeinde. Sie dient als Ausgleich für die Belastung, die durch das Unternehmen für die Gemeinde entsteht, wie beispielsweise die Straßenabnutzung.

Diese sind es auch, die den Hebesatz festlegen, nach dem die Gewerbesteuer berechnet wird. Der gesetzlich geringste Hebesatz liegt bei 200 Prozent, während eine Grenze nach Oben nicht gesetzlich festgelegt ist (GewStG § 16 Abs. 4 Satz 2). Abgesehen von der Gewerbeanmeldung, müssen alle Fragen, den Gewerbesteuermessbetrag betreffend, mit dem Finanzamt geklärt werden.

Gewerbesteuer Befreiung

Nicht jedes Unternehmen ist automatisch verpflichtet auch Gewerbersteuern an die Gemeinde zu zahlen. Unternehmen, die sich nicht beim Gewerbeamt anmelden müssen, wie freiberufliche Tätigkeiten und landwirtschaftliche Betriebe, sind von der Gewerbesteuer ausgeschlossen. Zudem wird allen Gewerbebetrieben – mit Ausnahme von Kapitalgesellschaften – ein jährlicher Freibetrag von 24.500 Euro gewährt, welcher nicht besteuert werden darf. Nur der Gewerbeertrag (Einnahmen abzüglich der Ausgaben des Unternehmens) über dem Freibetrag unterliegt der Gewerbesteuer.

Gewerbesteuererklärung

Jedes Unternehmen, das Gewerbesteuern entrichtet und als gewerbetreibend gilt (§ 15 Abs. 2 EStG), hat auch die Pflicht eine Gewerbesteuererklärung abzugeben.

Die Frist für die Abgabe der Gewerbesteuererklärung ist der 31.05. des Folgejahres. Wer einen Steuerberater mit der Steuererklärung beauftragt, erhält eine Frist bis zum 30.09. des Folgejahres.

Inbesondere die unterschiedlichen Festsetzungen für den Hebesatz, machen das Thema Gewerbesteuer zu einem sehr komplexen und undurchsichtigen Feld, welches viele Unternehmer zu überfordern droht. Mit uns, als Steuerberater an ihrer Seite, gehen Sie den sicheren Weg.

Körperschaftsteuererklärung

Die Körperschaftsteuer wird auf das Einkommen inländischer, juristischer Personen veranschlagt. Dazu gehören Genossenschaften, Kapitalgesellschaften, Anstalten und Vereine. Natürliche Personen sind nicht verpflichtet Körperschaftsteuer zu zahlen. Ihr Einkommen wird stattdessen mit der Einkommensteuer belegt. Seit der Unternehmensteuerreform 2008 beläuft sich der Steuersatz der Körperschaftsteuer auf 15 Prozent. Von diesem Betrag werden weitere 5,5 Prozent als Solidaritätszuschlag erhoben, womit sich der einheitliche Körperschaftsteuersatz inklusive Solidaritätszuschlag auf 15,825 Prozent beläuft. Besteuert wird in diesem Fall der Gewinn des Unternehmens.

Dennoch sind nicht alle Unternehmen, welche die Körperschaftsteuer zahlen, auch verpflichtet, eine Körperschaftsteuererklärung abzugeben. Das KStG unterscheidet nämlich zwischen beschränkt und unbeschränkt steuerpflichtig, wobei beschränkt steuerpflichtige Unternehmen nicht dazu verpflichtet sind eine Körperschaftsteuererklärung abzugeben.

Die Körperschaftsteuererklärung ist einmal jährlich bis zum 31.Mai des Folgejahres abzugeben, wenn kein Steuerberater hinzugezogen wird. Unter Zuhilfenahme eines Steuerberaters wird die Frist bis zum 31. Dezember des Folgejahres ausgedehnt.

Erbschaft- und Schenkungsteuererklärung

Die Regelungen für Schenkungen und Erbschaften sind sich weitestgehend sehr ähnlich und unterliegen beide dem Erbschaftsteuergesetz. Im Falle einer Erbschaft im Todesfall oder einer Schenkung, ist der Beschenkte dazu verpflichtet eine Erbschaftsteuererklärung bzw. Schenkungsteuererklärung abzugeben. Die Steuererklärung soll ermitteln, wie viele Steuern auf besagte Erbschaft oder Schenkung zu entrichten sind.

Erbschaftsteuerfreibeträge Schenkungsteuerfreibeträge

Allerdings ist nicht jede Schenkung oder Erbschaft auch wirklich steuerpflichtig. In beiden Fällen werden verhältnismäßig hohe Freibeträge angesetzt, die eine Besteuerung umgehen. Die Steuerfreibeträge sind abhängig vom Verwandtschaftsverhältnis zwischen dem Schenker und Beschenkten, bzw. Erblasser und Ernehmer.

Verwandtschaftsverhältnis Steuerfreibetrag
Ehepartner, eingetragener Lebenspartner 500.000 Euro
Kinder, Stiefkinder, Enkel (wenn deren Eltern verstorben sind) 400.000 Euro
Enkel (wenn deren Eltern noch leben) 200.000 Euro
Eltern (Im Erbfall) 100.000 Euro
Geschwister, Eltern (Schenkung), Sonstige 20.000 Euro

Alle Beträge, die den Freibetrag überschreiten, sind steuerpflichtig. Die Höhe der Steuer ist abhängig vom jeweiligen Schenkungs- bzw. Erbschaftsbetrag und der Steuerklasse des Erbnehmers oder Beschenkten.

Steuerklassen bei Erbschaften und Schenkungen

Die Steuerklassen, die im Falle einer Erbschaft oder Schenkung zum Einsatz kommen, unterscheiden sich von den bekannten Einkommensteuerklassen. Sie richten sich nach dem Verwandtschaftverhältnis zum Erblasser, bzw. Schenker. Je enger das Verwandtschaftsverhältnis zwischen den Parteien, desto größer sind die steuerlichen Vorteile.

Steuerklasse I

Steuerklasse II

Steuerklasse III

Ehepartner, eingetragene Lebenspartner, Eltern, Großeltern, Kinder, Enkel

Entfernte Verwandte (Onkel, Tanten, etc.), Geschwister

Andere Personen

Wann ist die Erbschaftsteuererklärung, bzw. Schenkungsteuererklärung fällig?

Schenkungen sind dem Finanzamt sowohl vom Schenker als auch Beschenkten zu melden, um keine Steuerhinterziehung zu begehen. Die Verjährungsfrist für Schenkungen beträgt 10 Jahre. Auch für den Erhalt einer Erbschaft gilt die Meldepflicht. Der Erbnehmer hat in diesem Fall drei Monate ab Kenntnisnahme über die Erbschaft Zeit diese dem Finanzamt zu melden. Da das Finanzamt diese Information auch von anderer Seite erhalten kann (z.B. Banken) hat es keinen Sinn, eine Erbschaft zu verheimlichen.

Stand: Juli 2016